Betriebliches Gesundheitsmanagement in München: Gesundheit nicht nur fördern, sondern verstehen

Betriebliches Gesundheitsmanagement in München: Gesundheit nicht nur fördern, sondern verstehen

Betriebliches Gesundheitsmanagement in München: orthopädische Prävention, Mitarbeiter-Screenings, Gesundheitstage und Corporate Health für Unternehmen.

Persönliche ExpertenseiteAusführlicher Fachartikel
Ärztliches Beratungsgespräch mit PD Dr. Daniel Berthold

Kurz eingeordnet

Das Wichtigste für Ihre Orientierung.

  • Beschwerden, Funktion und persönliches Ziel zusammen betrachten
  • Befunde nicht isoliert, sondern im Verlauf einordnen
  • Möglichkeiten und Grenzen verständlich vergleichen
  • Den nächsten Schritt konkret und überprüfbar festlegen

Entscheidungshilfe

Vier Punkte vor der Entscheidung.

Ausgangslage, vorhandene Befunde, Behandlungsoptionen und der nächste Schritt gehören in das Gespräch.

  1. 01

    Ausgangslage

    Beschwerden, Funktion und persönliches Ziel zusammen betrachten

  2. 02

    Vorhandene Informationen

    Befunde nicht isoliert, sondern im Verlauf einordnen

  3. 03

    Optionen

    Möglichkeiten und Grenzen verständlich vergleichen

  4. 04

    Nächster Schritt

    Den nächsten Schritt konkret und überprüfbar festlegen

Rückenbeschwerden nach langen Arbeitstagen, wiederkehrende Nackenverspannungen, Knieprobleme, reduzierte Belastbarkeit oder Beschwerden durch einseitige körperliche Beanspruchung gehören zu den gesundheitlichen Themen, die auch im Berufsleben relevant werden können.

Ein nachhaltiges betriebliches Gesundheitsmanagement sollte deshalb mehr sein als die Aneinanderreihung einzelner Gesundheitstage oder Bewegungsangebote.

Entscheidend ist zunächst zu verstehen, welche Belastungen in einem Unternehmen tatsächlich bestehen, welche Mitarbeitergruppen betroffen sind und an welcher Stelle medizinische Prävention sinnvoll ansetzen kann.

Der Ansatz verbindet betriebliches Gesundheitsmanagement mit orthopädischer und sportmedizinischer Kompetenz. Ziel ist nicht die Ferndiagnose am Arbeitsplatz, sondern eine strukturierte Verbindung von Prävention, Aufklärung, funktioneller Beurteilung und – wenn erforderlich – individueller ärztlicher Diagnostik.

Kurz erklärt: Was bedeutet Betriebliches Gesundheitsmanagement?

Betriebliches Gesundheitsmanagement – kurz BGM – bezeichnet die strukturierte Organisation und Steuerung gesundheitsbezogener Prozesse innerhalb eines Unternehmens.

Es ist damit umfassender als einzelne Gesundheitsangebote. Betriebliche Präventionsarbeit kann verschiedene Bereiche umfassen, darunter Arbeitsschutz, betriebliches Eingliederungsmanagement und betriebliche Gesundheitsförderung. Diese Bereiche stehen miteinander in Verbindung, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.

BGM, BGF, BEM und Arbeitsschutz sind nicht dasselbe

BGM: bildet den organisatorischen Rahmen, in dem gesundheitliche Aktivitäten strategisch geplant, koordiniert und weiterentwickelt werden können.

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF): umfasst freiwillige gesundheitsfördernde Maßnahmen im Betrieb. Krankenkassen können unter den Voraussetzungen des § 20b SGB V den Aufbau gesundheitsförderlicher Strukturen und geeignete Maßnahmen unterstützen.

Arbeitsschutz: umfasst gesetzlich geregelte Verpflichtungen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Arbeitgeber müssen arbeitsbezogene Gefährdungen beurteilen und erforderliche Schutzmaßnahmen ableiten.

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM): betrifft Beschäftigte, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig waren; die gesetzlichen Voraussetzungen ergeben sich aus § 167 Abs. 2 SGB IX.

Orthopädisch-präventive Angebote ersetzen weder die gesetzlich vorgeschriebene arbeitsmedizinische Betreuung noch den Arbeitsschutz oder ein erforderliches BEM. Sie können diese Strukturen jedoch medizinisch sinnvoll ergänzen.

Warum ist orthopädische Prävention im Unternehmen relevant?

Zwischen Schreibtisch und körperlicher Belastung gibt es nicht „den“ Arbeitsplatz. Die gesundheitlichen Anforderungen unterscheiden sich erheblich.

Ein Mitarbeiter, der acht Stunden überwiegend am Bildschirm arbeitet, benötigt eine andere Betrachtung als jemand, der regelmäßig Lasten bewegt, lange steht, viel fährt oder körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten ausführt.

  • langes Sitzen
  • geringe Bewegungsvariation
  • repetitive Arbeitsabläufe
  • häufiges Heben und Tragen
  • Arbeiten in ungünstigen Positionen
  • längeres Stehen
  • einseitige Belastungen
  • hohe körperliche Beanspruchung
  • beruflich bedingte Reisetätigkeit
  • Kombination aus beruflicher und sportlicher Belastung

Eine bestimmte Tätigkeit verursacht nicht automatisch eine bestimmte Erkrankung.

Beschwerden entstehen meist aus einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Berufliche Belastung, körperliche Voraussetzungen, Trainingszustand, vorausgegangene Verletzungen und individuelle Erkrankungen müssen voneinander unterschieden werden. Genau diese Differenzierung ist für medizinisch orientierte Prävention entscheidend.

Weshalb lohnt sich ein systematischer Ansatz?

Arbeitsunfähigkeit ist sowohl gesundheitlich als auch wirtschaftlich relevant. Aktuelle Kennzahlen sollten in der finalen Veröffentlichung nur mit belastbarer Quelle und Standdatum eingesetzt werden. Aus allgemeinen Fehlzeitenstatistiken lässt sich nicht ableiten, dass ein einzelnes BGM-Programm bestimmte Fehlzeiten sicher reduzieren wird.

„Welche gesundheitlichen Belastungen sind für unsere Mitarbeitenden relevant – und welche Maßnahmen lassen sich daraus sinnvoll ableiten?“

Medizinisches PräventionskonzeptVom Arbeitsprofil zu einer Maßnahme, die eine konkrete Frage beantwortet.
  1. 01
    ArbeitsprofilTätigkeiten, Zielgruppen und bestehende Angebote verstehen
  2. 02
    BelastungMuskuloskelettale Themen und konkrete Ziele priorisieren
  3. 03
    KonzeptScreening, Aufklärung und Prävention passend kombinieren
  4. 04
    UmsetzungStartphase, Gesundheitstag oder Programm konkret organisieren
  5. 05
    KonsequenzIndividuelle Empfehlungen und definierte Weiterwege anbieten
  6. 06
    EvaluationNur aggregierte Erkenntnisse bewerten und Konzept weiterentwickeln

Unser Ansatz: vom Gesundheitstag zum medizinischen Präventionskonzept

Ein einzelner Gesundheitstag kann ein sinnvoller Einstieg sein. Für einen nachhaltigen Ansatz ist jedoch eine strukturierte Abfolge sinnvoller.

1. Bedarf verstehen

  • Welche Tätigkeiten prägen das Unternehmen?
  • Sitzen die Mitarbeitenden überwiegend?
  • Gibt es körperlich belastende Tätigkeiten?
  • Welche Alters- und Tätigkeitsgruppen bestehen?
  • Welche gesundheitlichen Themen werden bereits adressiert?
  • Welche Angebote existieren bereits?
  • Geht es um Prävention, Gesundheitskommunikation oder konkrete Screenings?
  • Soll ein einmaliges Event oder ein längerfristiges Konzept entwickelt werden?

Individuelle Gesundheitsdaten von Mitarbeitenden dürfen nur im jeweils zulässigen Rahmen und mit angemessenen Datenschutz- und Einwilligungsprozessen verarbeitet werden. Medizinische Befunde werden nicht an den Arbeitgeber weitergegeben.

2. Mitarbeitergruppen differenzieren

Ein häufiger Fehler im BGM besteht darin, allen Beschäftigten dasselbe Programm anzubieten. Sinnvoller kann eine Aufteilung nach Belastungsprofil sein.

Office & Hybrid Work

  • Nacken und Schulter
  • Brust- und Lendenwirbelsäule
  • langes Sitzen
  • Bewegungsvariation
  • Arbeitsplatzergonomie
  • muskuläre Belastbarkeit
  • Bewegung im Arbeitsalltag

Führungskräfte und stark reisende Mitarbeitende

  • lange Sitzzeiten
  • Flug- und Reisetätigkeit
  • reduzierte Regeneration
  • Training trotz begrenzter Zeit
  • wiederkehrende Rücken- oder Gelenkbeschwerden

Produktion und körperlich belastende Tätigkeiten

  • Heben und Tragen
  • Schulterbelastung
  • Kniebelastung
  • repetitive Bewegungen
  • Kraft und Belastbarkeit
  • funktionelle Defizite

Sportlich aktive Mitarbeitende

  • Überschneidung von beruflicher Belastung und Freizeit- beziehungsweise Leistungssport
  • saubere Differenzierung zwischen trainingsbedingten Beschwerden und beruflich mitgeprägten Belastungen

Welche BGM-Leistungen können sinnvoll sein?

Die konkrete Zusammenstellung sollte zum Unternehmen passen. Je nach Zielsetzung können einzelne Module kombiniert oder als Pilotprogramm eingesetzt werden.

Orthopädischer Gesundheits-Check

Ein kompakter Check kann einen ersten Überblick über relevante muskuloskelettale Themen geben. Der Check ersetzt keine vollständige fachärztliche Untersuchung.

  • strukturierte Kurz-Anamnese
  • Beweglichkeit
  • funktionelle Bewegungsmuster
  • Achsen- und Haltungsbeurteilung
  • einfache Kraft- und Funktionsparameter
  • individuelle Beschwerdesituation
  • Hinweise auf sinnvolle weitere Maßnahmen

Rücken- und Wirbelsäulenprävention

  • Wo bestehen Beschwerden?
  • Welche Bewegungen provozieren sie?
  • Wie ist die funktionelle Belastbarkeit?
  • Welche Bewegungsdefizite bestehen?
  • Welche Rolle spielt der Arbeitsplatz?
  • Welche Rolle spielen Freizeit und Training?

Arbeitsplatz und Ergonomie

  • Arbeitsplatzanalyse
  • Bewegungsstrategien
  • individuelle Beratung
  • Fokus auf sinnvolle Variation statt einer vermeintlich einzigen „perfekten“ Haltung

Beweglichkeits- und Funktionsscreenings

  • funktionelle Auffälligkeiten sichtbar machen
  • Hinweise für Prävention gewinnen
  • Screening konkret von einer individuellen medizinischen Diagnose trennen

Kraft- und Belastbarkeitsdiagnostik

  • relevante Seitendifferenzen prüfen
  • Belastbarkeit einzelner Muskelgruppen beurteilen
  • Zusammenhang von Belastung und körperlicher Voraussetzung betrachten
  • trainierbare Defizite identifizieren

Workshops und medizinische Impulsvorträge

Rücken verstehen statt Rücken schonen: Was Rückenschmerzen bedeuten können – und weshalb Bewegung häufig Teil der Lösung ist.

Nackenschmerzen bei Bildschirmarbeit: Welche Faktoren tatsächlich relevant sind und welche einfachen Strategien im Alltag helfen können.

Kniebeschwerden: Wann Belastung sinnvoll ist und wann eine medizinische Untersuchung erfolgen sollte.

Sportverletzungen vermeiden: Belastungssteuerung, Kraft, Regeneration und typische Warnsignale.

Gesund trainieren trotz anspruchsvollem Beruf: Wie Training in einen belasteten Arbeitsalltag integriert werden kann.

Was sagt mein MRT wirklich?: Warum Bildgebung und Beschwerden nicht immer dasselbe bedeuten.

Der BGM-Gesundheitstag: sinnvoll, wenn daraus etwas entsteht

Ein Gesundheitstag kann Aufmerksamkeit erzeugen. Er wird besonders wertvoll, wenn er nicht isoliert bleibt.

Vor dem Gesundheitstag: Unternehmens- und Belastungsprofil definieren.

Am Gesundheitstag: Aufklärung, kurze funktionelle Checks und konkrete Handlungsempfehlungen.

Danach: Aus anonymisierten beziehungsweise aggregierten Erkenntnissen können – unter Beachtung datenschutzrechtlicher Voraussetzungen – relevante allgemeine Themen für zukünftige Präventionsangebote identifiziert werden.

Der Arbeitgeber erhält keine individuellen Diagnosen oder medizinischen Befunde.

Medizinische Prävention bedeutet auch zu erkennen, wann ein Screening nicht genügt

Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen allgemeinem Gesundheitsevent und ärztlich eingebundener Prävention. Bestimmte Beschwerden sollten nicht durch weitere Übungen „wegtrainiert“ werden, ohne ihre Ursache abzuklären.

  • neu aufgetretene stärkere Schmerzen
  • wiederkehrende Gelenkschwellungen
  • relevante Bewegungseinschränkung
  • Kraftverlust
  • neurologische Symptome
  • ausgeprägte Beschwerden nach Verletzungen
  • anhaltende Beschwerden trotz bisheriger Behandlung
  • Unsicherheit über bestehende MRT- oder Röntgenbefunde

Die Entscheidung über eine weiterführende ärztliche Untersuchung richtet sich immer nach dem individuellen Beschwerdebild.

BGM für Führungskräfte und Executive Health

Für Unternehmer, Führungskräfte und Mitarbeitende mit hoher beruflicher Belastung kann ein anderes Konzept sinnvoll sein als ein klassischer Gesundheitstag.

  • wiederkehrende Beschwerden
  • Training und körperliche Leistungsfähigkeit
  • eingeschränkte Regeneration
  • wenig Zeit für Diagnostik
  • häufige Reisen
  • ältere Sportverletzungen
  • langfristiger Erhalt der körperlichen Belastbarkeit

Der Fokus sollte nicht darin liegen, möglichst viele Untersuchungen durchzuführen. Sinnvoll ist vielmehr die Diagnostik, aus deren Ergebnis tatsächlich eine Konsequenz entsteht.

Von der Prävention zur Performance

Gesundheit und Leistungsfähigkeit sind nicht identisch. Bei körperlich aktiven beziehungsweise sportlich ambitionierten Mitarbeitenden kann es deshalb sinnvoll sein, über klassische Prävention hinaus auch funktionelle Leistungsparameter zu berücksichtigen.

  • Wie belastbar ist der Bewegungsapparat?
  • Bestehen funktionelle Defizite?
  • Wie kann Training besser gesteuert werden?
  • Welche Beschwerden begrenzen die sportliche Aktivität?
  • Ist nach einer Verletzung eine Rückkehr zur vollen Belastung bereits sinnvoll?

Orthopädie → Prävention → Sportmedizin → Performance

Ein sinnvolles BGM beginnt nicht mit einem Maßnahmenkatalog

  • Unternehmen verstehen: Branche, Tätigkeitsprofile, Mitarbeiterstruktur und Zielsetzung werden besprochen.
  • Schwerpunkte definieren: Welche gesundheitlichen Fragestellungen sollen tatsächlich adressiert werden?
  • Module auswählen: Nur Maßnahmen einsetzen, die zur Fragestellung passen.
  • Pilot durchführen: Bei größeren Unternehmen kann zunächst eine definierte Mitarbeitergruppe sinnvoll sein.
  • Ergebnisse bewerten: Was wurde angenommen? Wo besteht weiterer Bedarf?
  • Konzept weiterentwickeln: Aus einem Einzelangebot kann bei Bedarf ein strukturiertes Programm entstehen.

Was unterscheidet medizinisch orientiertes BGM von Firmenfitness?

Firmenfitness kann ein wertvoller Bestandteil der Gesundheitsförderung sein. Sie beantwortet jedoch eine andere Frage.

„Wie bringen wir Mitarbeitende in Bewegung?“

Ein medizinisch-orthopädischer Ansatz fragt zusätzlich:

„Welche Belastungen, Beschwerden und funktionellen Einschränkungen müssen wir verstehen, bevor wir eine geeignete Maßnahme empfehlen?“

Beides kann sich sinnvoll ergänzen.

BGM und betriebliche Gesundheitsförderung: Gibt es steuerliche Möglichkeiten?

Unter bestimmten Voraussetzungen können Arbeitgeber zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn Leistungen zur Gesundheitsförderung steuerfrei erbringen. § 3 Nr. 34 EStG sieht hierfür derzeit einen Betrag von bis zu 600 Euro pro Beschäftigtem und Kalenderjahr vor, sofern die jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Vor Veröffentlichung sollte der aktuelle Gesetzesstand geprüft werden.

Wichtig: Nicht jede medizinische Untersuchung, jede BGM-Maßnahme oder jedes beliebige Gesundheitsangebot ist dadurch automatisch steuerfrei.

Die steuerliche Einordnung sollte für das konkrete Angebot durch die zuständige steuerliche Beratung geprüft werden.

Betriebliches Gesundheitsmanagement für Unternehmen in München

Der BGM-Schwerpunkt richtet sich insbesondere an Unternehmen, die eine ärztlich begleitete Ergänzung ihrer bestehenden Gesundheitsstrategie suchen.

  • betriebliche Gesundheitstage
  • orthopädische Präventionsangebote
  • Mitarbeiter-Screenings
  • Schwerpunktprogramme Rücken und Nacken
  • Bewegungs- und Funktionschecks
  • medizinische Workshops
  • Angebote für sportlich aktive Mitarbeitende
  • Executive-Health-Module
  • individuelle orthopädische Weiterdiagnostik bei entsprechender medizinischer Indikation

Die Ausgestaltung richtet sich nach Unternehmensgröße, Tätigkeitsprofil und Zielsetzung.

Welches BGM passt zu unserem Unternehmen?

Ein Gesundheitstag kann sinnvoll sein, wenn …

  • erstmals ein Gesundheitsangebot aufgebaut werden soll
  • Mitarbeitende für Prävention sensibilisiert werden sollen
  • unterschiedliche Themen zunächst getestet werden sollen

Ein Screening-Programm kann sinnvoll sein, wenn …

  • muskuloskelettale Beschwerden gezielt adressiert werden sollen
  • bestimmte Tätigkeitsgruppen besonderen körperlichen Anforderungen ausgesetzt sind
  • aus allgemeinen Gesundheitsangeboten konkretere Maßnahmen entwickelt werden sollen

Ein längerfristiges Konzept kann sinnvoll sein, wenn …

  • bereits verschiedene Einzelmaßnahmen existieren
  • Gesundheitsangebote stärker systematisiert werden sollen
  • unterschiedliche Mitarbeitergruppen angesprochen werden sollen
  • Prävention langfristig in die Unternehmensstruktur integriert werden soll

BGM ist keine medizinische Überwachung von Beschäftigten

Gesundheitsprogramme funktionieren nur mit Vertrauen. Individuelle medizinische Informationen gehören deshalb nicht in die Personalakte und nicht in allgemeine Unternehmensauswertungen. Bei individuellen ärztlichen Untersuchungen gelten die ärztliche Schweigepflicht und die entsprechenden datenschutzrechtlichen Anforderungen.

Für das Unternehmen können – sofern dies konzeptionell vorgesehen und datenschutzrechtlich zulässig ist – ausschließlich aggregierte und nicht personenbezogene Erkenntnisse verwendet werden.

Corporate Health Check

Welcher BGM-Einstieg passt zu Ihrem Unternehmen?

Sechs kurze Fragen ordnen Zielgruppe, Arbeitsprofil und passenden Projektumfang. Antworten werden weder gespeichert noch übertragen; die Auswertung erfolgt ausschließlich lokal.

Frage 01 / 06
Welches Arbeitsprofil prägt Ihr Unternehmen?

Häufige Fragen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement

Was ist BGM?

BGM steht für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Es beschreibt die systematische Organisation gesundheitsbezogener Aktivitäten eines Unternehmens. Dazu können unterschiedliche Bereiche und Maßnahmen beitragen. BGM ist deshalb nicht mit einem einzelnen Gesundheitskurs oder Gesundheitstag gleichzusetzen.

Was ist der Unterschied zwischen BGM und BGF?

BGM beschreibt den übergeordneten organisatorischen Ansatz. Betriebliche Gesundheitsförderung – BGF – umfasst gesundheitsfördernde Maßnahmen im Betrieb und ist unter anderem in § 20b SGB V verankert.

Ist Betriebliches Gesundheitsmanagement Pflicht?

Ein allgemeines BGM-System als solches ist nicht mit den gesetzlichen Pflichten des Arbeitsschutzes gleichzusetzen. Arbeitgeber haben jedoch eigenständige Verpflichtungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. Dazu gehört unter anderem die Beurteilung arbeitsbezogener Gefährdungen.

Ist ein Gesundheitstag bereits BGM?

Ein Gesundheitstag kann Teil eines BGM-Konzeptes sein, bildet jedoch alleine noch kein systematisches Gesundheitsmanagement. Besonders sinnvoll wird er, wenn Zielgruppe und Fragestellungen vorher definiert werden und aus den Erkenntnissen anschließend geeignete weitere Maßnahmen entstehen.

Welche Gesundheitschecks eignen sich für Unternehmen?

Das hängt von Tätigkeit, Zielgruppe und Zielsetzung ab. Bei einem orthopädischen Schwerpunkt können beispielsweise Beweglichkeit, funktionelle Bewegungsmuster und bestimmte Belastbarkeitsparameter betrachtet werden. Screening-Ergebnisse müssen dabei konkret von einer individuellen medizinischen Diagnose unterschieden werden.

Können Rückenbeschwerden am Arbeitsplatz untersucht werden?

Ja. Bei bestehenden Beschwerden kann eine individuelle orthopädische Untersuchung sinnvoll sein. Dabei sollte jedoch nicht automatisch angenommen werden, dass die berufliche Tätigkeit die alleinige Ursache ist. Klinischer Befund, individuelle Voraussetzungen, Freizeitbelastung und gegebenenfalls Bildgebung müssen zusammen bewertet werden.

Können Unternehmen BGM-Maßnahmen steuerlich fördern?

Unter bestimmten Voraussetzungen können zusätzlich zum Arbeitslohn gewährte gesundheitsfördernde Leistungen bis zu 600 Euro pro Beschäftigtem und Jahr steuerfrei sein. Entscheidend sind die jeweils aktuellen gesetzlichen Voraussetzungen des § 3 Nr. 34 EStG; nicht jedes Gesundheitsangebot erfüllt sie automatisch.

Was erhält der Arbeitgeber aus einem Mitarbeiter-Screening?

Individuelle medizinische Befunde werden nicht an den Arbeitgeber weitergegeben. Je nach Projektgestaltung können gegebenenfalls aggregierte, nicht personenbezogene Erkenntnisse für die Weiterentwicklung allgemeiner Präventionsmaßnahmen genutzt werden.

Kann BGM auch für kleine Unternehmen sinnvoll sein?

Ja. Ein BGM muss nicht zwangsläufig aus einem großen Jahresprogramm bestehen. Gerade kleinere Unternehmen können mit einem konkret abgegrenzten Thema beginnen – beispielsweise einem Gesundheitstag oder einem orthopädischen Präventionsschwerpunkt – und anschließend entscheiden, ob weitere Maßnahmen sinnvoll sind.

Was kostet ein BGM-Programm?

Die Kosten hängen insbesondere von Mitarbeiterzahl, Anzahl der Standorte, Umfang der Screenings, Veranstaltungsdauer und gewünschten Zusatzmodulen ab. Deshalb sollte zunächst das Ziel des Unternehmens definiert und anschließend ein passendes Konzept erstellt werden.

Wissenschaftliche und institutionelle Grundlagen

  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Betriebliche Präventionsarbeit
  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), insbesondere §§ 3–5
  • § 20b SGB V – Betriebliche Gesundheitsförderung
  • GKV-Spitzenverband: Leitfaden Prävention
  • § 167 Abs. 2 SGB IX – Betriebliches Eingliederungsmanagement
  • § 3 Nr. 34 EStG – Steuerliche Förderung bestimmter Gesundheitsmaßnahmen

Die Seite ersetzt keine arbeitsrechtliche, steuerliche oder arbeitsmedizinische Beratung. Gesetzes-, Steuer- und Förderangaben können sich ändern und sind im konkreten Fall aktuell zu prüfen.

Nächster Schritt

Welches Gesundheitsziel soll Ihr Unternehmen konkret erreichen?

Im ersten Gespräch klären wir Tätigkeitsprofile, Zielgruppen, bestehende Angebote und den gewünschten Umfang. Daraus entsteht ein passendes Konzept für Gesundheitstag, Screening, Präventionsprogramm oder strategische Beratung.

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