Wirbelsäule

Denervierung an LWS, ISG & Co.

Denervierung an lws, isg & co: Ursachen, typische Beschwerden, Diagnostik und mögliche Behandlungswege.

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Meine Beurteilung

Beschwerden, Befund und Behandlungsziel.

Bei Wirbelsäulenbeschwerden beurteile ich Verlauf, Funktion und neurologischen Status gemeinsam. Bildgebung ist dann sinnvoll, wenn sie eine konkrete Entscheidung unterstützt.

Orthopädie · Sportmedizin · Wissenschaft
Zur PersonAls ehemaliger Leistungssportler verbinde ich klinische Arbeit, Sportmedizin und Forschung.
PD Dr. med. Daniel P. BertholdPD Dr. med. Daniel P. BertholdFacharzt · Privatdozent · Sportorthopäde
100+ Publikationen · davon 90 PubMed-indexiert
Forschung und Ausbildung
Forschung und Publikationen
Ultraschalluntersuchung einer Schulter durch Daniel Berthold
Architekturdetail in den Praxisräumen des OrthoCenter München
Behandlungsschwerpunkt

Daniel Berthold behandelt Erkrankungen und Verletzungen an Schulter, Ellenbogen, Knie und Sprunggelenk sowie sportorthopädische Fragestellungen.

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SCHNELLE HILFE BEI CHRONISCHEN RÜCKENSCHMERZEN

Ihre chronischen Gelenk- oder Rückenschmerzen bleiben trotz Physiotherapie, Infiltrationen oder Medikamenten bestehen? Dann könnte die Denervierung eine Option sein. Wir erklären, was der Eingriff für Sie bedeutet, welche Vorteile und Risiken es gibt und wie wir Ihnen in meiner Sprechstunde in München helfen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Denervierung ist die gezielte Unterbrechung kleiner schmerzleitender Nervenäste außerhalb des Rückenmarks.
  • Die Methode wirkt, wenn die Schmerzen konkret bestimmten Nerven zugeordnet werden können. Die OP-Risiken sind gering.
  • Chronische Rückenschmerzen können oft mehrere Monate bis ein Jahr lang behoben oder reduziert werden. Danach ist eine Wiederholung möglich.

Was bedeutet „Denervierung“ in der Orthopädie?

Denervierung ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem die Weiterleitung von Schmerzimpulsen über kleine Nervenfasern unterbrochen wird. Das kann grundsätzlich mittels Hitze (Thermo-Denervation) oder Kälte geschehen. Die zugrunde liegende Ursache wie Verschleiß oder Gelenkveränderung bleibt dabei bestehen, die Schmerzen werden jedoch deutlich reduziert.

Der Eingriff gilt als risikoarm, da er durch Schlüsselloch-Chirurgie erfolgt und außerhalb des Wirbelkanals durchgeführt wird. Größere Verletzungen von Knochen, Bändern oder Muskulatur entstehen dabei in der Regel nicht. Die Beweglichkeit der Gelenke bleibt erhalten.

Wann ist eine Denervierung an LWS, ISG und Facettengelenken sinnvoll?

Eine Denervation kann dann sinnvoll sein, wenn

  • chronische Schmerzen vorliegen (mindestens 3 Monate), die eine große Belastung darstellen und
  • die Beschwerden konkret bestimmten Nervenstrukturen zugeordnet werden können und
  • konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Schmerzmittel oder Infiltrationen keine ausreichende oder nur kurzfristige Linderung gebracht haben.

Typische Einsatzbereiche sind anhaltende Rückenschmerzen, insbesondere im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) sowie Schmerzen im Kreuz-Darmbein-Gelenk, dem sogenannten Iliosakralgelenk (ISG). Häufig liegt diesen Beschwerden ein Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) oder eine Fehlbelastung im Beckenbereich zugrunde.

Voraussetzung für den Eingriff ist eine sorgfältige Diagnostik, bei der geprüft wird, ob die Schmerzursache tatsächlich von den betroffenen Nervenästen ausgeht. Erst wenn die Schmerzquelle identifiziert wurde und eine positive Reaktion auf sogenannte diagnostische Blockaden vorliegt, kommt eine Denervierung in Betracht. Reduziert diese Test-Infiltration die Schmerzen deutlich und reproduzierbar, gilt die schmerzverursachende Struktur als bestätigt.

Ablauf der Behandlung

1. SCHRITT: BERATUNG UND DIAGNOSTIK

Vor einer Denervierung steht immer eine ausführliche ärztliche Beratung. Dabei klären wir gemeinsam, ob das Verfahren für Sie geeignet ist. Wir besprechen Ihre bisherigen Befunde, den Schmerzverlauf sowie bereits durchgeführte Behandlungen. Darauf folgen die klinische Untersuchung, Bildgebung und diagnostische Blockaden.

Ziel der Beratung ist eine realistische Einschätzung der Erfolgsaussichten und die Wahl der für Sie passenden Therapie.

2. SCHRITT: DENERVIERUNG

Minimalinvasive Gelenkchirurgie gehört zu PD Dr. Berthold Schwerpunkten. Unter Röntgenkontrolle führt er eine zwei Millimeter dünne Kanüle gezielt an die schmerzleitenden Nerven heran. Während des Eingriffs überprüft er genau, ob die Sonde an der richtigen Stelle liegt und die typischen Schmerzbereiche erreicht. Erst wenn die Position exakt stimmt, behandelt er den betroffenen Nerv mit kontrollierter Wärme.

In meiner Sprechstunde in München konzentrieren wir uns auf die Anwendung einer neuen „gekühlten“ Radiofrequenz-Therapie. Dabei wird die Wärme (60 °C) über Radiofrequenz erzeugt, die rund 150 Sekunden braucht, um den Nerv zu veröden. Gleichzeitig wird das umliegende Gewebe im Bereich der Elektrode gekühlt. Dadurch kann mehr Energie eingesetzt werden, ohne dass das umliegende Gewebe überhitzt. So lässt sich ein größerer Bereich gezielt behandeln und die schmerzleitenden Nerven werden möglichst zuverlässig unterbrochen.

Da häufig mehrere kleine Nerven beteiligt sind, behandeln wir bei Bedarf mehrere Punkte. Viele Patientinnen und Patienten berichten bereits wenige Tage nach dem Eingriff über eine deutliche Linderung der Beschwerden und mehr Lebensqualität.

3. SCHRITT: NACHSORGE

Im Anschluss bleiben Sie für mehrere Stunden unter Beobachtung in unseren Praxisräumen und können anschließend wieder nach Hause gehen. Die meisten sind direkt nach dem Eingriff wieder belastbar.

Manche Patientinnen und Patienten berichten von einem leichten Wundgefühl oder Druckschmerz nach der Behandlung. Diese Beschwerden sind mit Schmerzmitteln und Coolpacks gut behandelbar und verschwinden meist innerhalb weniger Tage von selbst.

Überblick über die Behandlung:

  • Krankenhausaufenthalt: nur bei größeren Denervierungen oder schlechtem Gesundheitszustand
  • Dauer: ca. 1 Stunde
  • Narkose: lokale Betäubung (auf Wunsch inkl. Beruhigungsmittel)
  • Krankschreibung: nur bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten erforderlich
  • Effekt: direkt nach der Behandlung; volle Wirkung nach ca. 2 Wochen

Gut zu wissen: Die Denervierung unterbricht die Schmerzweiterleitung, behebt aber nicht die strukturelle Ursache wie Arthrose oder Fehlbelastung. Sie ist damit eine symptomorientierte Behandlung, keine ursächliche Therapie. Viele Patientinnen und Patienten sind mehrere Monate bis ein Jahr schmerzfrei, bevor die verödete Nervenfasern wieder zusammenwachsen und dieselben Schmerzen hervorrufen wie zuvor. Nun können wir den Eingriff problemlos wiederholen, wenn Sie das wünschen.

Risiken und Nebenwirkungen: Ist eine Denervierung gefährlich?

Der Eingriff gilt generell als risikoarm. Ein dauerhaft verändertes Körpergefühl ist durch die Denervierung nicht zu befürchten. Auch die Funktion des behandelten Areals ist meist nicht beeinträchtigt. Nur in seltenen Fällen kommt es zu Komplikationen wie Infektionen, Blutungen, Einschränkungen der Beweglichkeit, Taubheitsgefühlen oder Nervenverletzungen.

Erfahrungen mit Denervierungen

Viele Patientinnen und Patienten berichten nach einer Denervierung über eine spürbare Schmerzreduktion und mehr Beweglichkeit im Alltag. Besonders bei Facettengelenksschmerzen kann die Facettendenervierung Beschwerden für mehrere Monate lindern. Die Erfahrungen unterscheiden sich jedoch fallbezogen: Manche profitieren deutlich, bei anderen ist die Wirkung nur gering oder zeitlich begrenzt. Entscheidend sind eine Diagnostik aus Untersuchung und gezielter Bildgebung und die richtige Patientenauswahl.

Kosten für Denervierungen an LWS und Co.

Bei medizinischer Indikation, die durch den Facharzt bestätigt wurde, übernehmen die privaten Krankenversicherungen die Denervierung in der Regel. Eine Abklärung im Vorfeld kann sinnvoll sein. Bitte beachten Sie, dass wir gesetzlich Versicherte als Privatpraxis nur behandeln können, wenn sie als Selbstzahler zu uns kommen.

Ihr Spezialist für moderne konservative Orthopädie in München

  • Fokus auf nicht-operative Behandlung mit modernen, wirkungsorientierten Methoden zur gezielten Linderung von Beschwerden
  • Regenerative Medizin zur Förderung natürlicher Heilungsprozesse, inklusive Orthobiologie und biologischer Kombinationstherapien
  • an Befund und Ziel orientierte Therapiepläne mit Fokus auf Schmerzreduktion, Funktionsverbesserung und schneller Rückkehr in Alltag und Sport

Häufige Fragen rund um die Denervation

IST DIE DENERVIERUNG EINE OPERATION?

Eine Denervierung ist keine klassische Operation, sondern ein minimalinvasiver operativer Eingriff. Dabei werden schmerzleitende Nerven gezielt mit Hitze oder anderen Verfahren behandelt, meist über feine Nadeln unter Bildkontrolle. Große Schnitte oder eine Vollnarkose sind in der Regel nicht notwendig. Auch Ausfallzeiten gibt es meist keine.

GIBT ES STUDIEN, DIE DIE WIRKUNG DER DENERVIERUNG BELEGEN?

Laut einer Meta-Analyse ist Radiofrequenz-Denervierung bei chronischen Rückenschmerzen durch Facettengelenke im Vergleich zu einer Scheinbehandlung (Placebo) wirksam. Auch die aktuelle Leitlinie zeigt, dass die Denervierung an der Wirbelsäule (HWS und LWS) die Schmerzen lindern kann. Allerdings gibt es auch Studien, die keine Verbesserungen zeigen.

Für das ISG-Syndrom gibt es ebenfalls Studien, die eine bessere Wirkung der Denervierung im Vergleich zu Placebo zeigen, vor allem in den ersten Monaten. Für längere Zeiträume (> 6 Monate) sind die Ergebnisse insgesamt uneinheitlich, teilweise aber positiv.

Die Ergebnisse sind insgesamt vorsichtig zu bewerten, weil die Teilnehmerzahlen der Studien oft niedrig sind. Generell lässt sich jedoch sagen, dass für den Erfolg vor allem die richtige Patientenauswahl und eine Diagnose aus Verlauf, Untersuchung und Bildgebung entscheidend sind.

WAS TUN, WENN DIE DENERVATION NICHT HILFT?

Die Denervierung wirkt nur dann zuverlässig, wenn die Schmerzquelle tatsächlich in den behandelten Nervenästen liegt. Haben die Schmerzen jedoch andere Ursachen – etwa Bandscheiben, Muskulatur oder eine komplexe Schmerzverarbeitung – bleibt der Effekt oft aus oder ist nur kurzzeitig.

In diesem Fall prüfen wir zunächst noch einmal die Diagnose und die bisherigen Testergebnisse. Je nach Situation stehen dann verschiedene Möglichkeiten offen: erneute oder ergänzende diagnostische Blockaden, eine Anpassung der konservativen Therapie wie Physiotherapie und Schmerzbehandlung oder gegebenenfalls andere minimalinvasive Verfahren.

Eine größere Operation ist dann notwendig, wenn mechanische Problemen wie Instabilität, starke Nervenkompressionen oder neurologische Ausfälle auftreten.

DENERVIERUNG AN DER LWS: WIE LANGE BIN ICH KRANK?

Nach einer Denervierung der Lendenwirbelsäule (LWS) sind die meisten Patientinnen und Patienten am selben oder am nächsten Tag wieder arbeitsfähig. Bei körperlich belastenden Tätigkeiten kann eine Krankschreibung von mehreren Tagen sinnvoll sein. Leichte Schmerzen oder Muskelreizungen direkt nach dem Eingriff sind vorübergehend und meist normal.

WIE LANGE HÄLT DIE WIRKUNG EINER DENERVIERUNG AN?

Die Wirkung einer Denervation hält häufig 6 bis 12 Monate an, teilweise auch länger. Mit der Zeit können sich die behandelten Nerven regenerieren, sodass die Schmerzen erneut auftreten. Wie lange die Schmerzlinderung in Ihrem Fall anhält, hängt von der Ursache der Beschwerden, der angewandten Technik und jeweiligen Faktoren ab.

WAS KANN ICH TUN, DAMIT ICH MÖGLICHST LANGE SCHMERZFREI BLEIBE?

Nach einer Denervierung gilt:

  • Zu viel Schonung kann die Schmerzen wieder verstärken.
  • Gezielte, dosierte Bewegung stabilisiert die Ergebnisse.
  • Physiotherapie unterstützt die langfristige Funktion der kleinen Gelenke.

Die Denervierung schafft oft erst die Voraussetzung, wieder aktiv zu werden – ersetzt diese Aktivität aber nicht. Hier können Sie selbst einiges tun, um möglichst lange schmerzfrei zu sein.

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